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"Falstaff" schlägt Brücke über die Alpen"
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Schüler aus Verona schnuppern in München zum ersten Mal Opern-Luft
Von Sylvie-Sophie Schindler

Wohin mit dem Kaugummi? Giulia und Marta schauen sich kurz an und zucken mit den Schultern. Die anderen Gäste, die sich in glitzernden Abendkleidern und schwarzen Anzügen an ihnen vorbeidrängen, sehen so gar nicht nach Kaugummi-Kauen aus. Auch Elisa und Vittoria stehen etwas verunsichert auf dem Treppenaufgang des Nationaltheaters. Sie zupfen an ihren frisch gebügelten Blusen, die sie sich wohl extra für diesen Anlass gekauft haben, und fahren sich immer wieder durchs Haar. Piero lehnt an einer Säule. Vielleicht gelingt es ja, lässig aussehen, trotz der Aufregung, weil alles hier so neu ist. Vor zwei Stunden erst ist Piero mit seinen 21 Mitschülern aus Verona angereist.

Die Schüler aus Verona vor der Münchner Oper.
Die Schüler aus Verona vor der Münchner Oper.

Zwischen die italienischen Satzfetzen dringt immer wieder die sonore Stimme von Rainer Klose, Initiator des Projekts "Kinder und Opern". Hände strecken sich ihm entgegen, greifen nach den Platzkarten für Verdis "Falstaff". Rainer Klose lacht, als gäbe es nichts Schöneres, als von einem Haufen Jugendlicher umringt zu sein. Und tatsächlich sagt er: "Ist das nicht herrlich?" Vor zwei Jahren lag er nach einem Autounfall schwer verletzt im Krankenhaus. Da wurde die Idee geboren, Kindern aus sozial schwachen Familien den Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen. Neben deutschen Grundschülern hat er dies nun erstmals Jugendlichen aus Verona ermöglicht. Inzwischen ist Rainer Klose immer noch Hauptsponsor, wird aber unter anderem von den Opernfestspielen unterstützt.

Und was steht ihnen noch bevor? "Non lo so" - ich weiß es nicht - sagen sie. "Bestimmt was Trauriges, weil doch alle Opern traurig sind", sagt Giulia. Und staunt dann in der ersten Pause, weil sie viel lachen musste. Francesco winkt ab: "Ist doch klar, mein Opa hat mir vorher schon erzählt, dass es eine komische Oper ist." Giulia gibt ihm einen Seitenhieb. "Jetzt weiß ich es auch", sagt sie und lacht.

Artikel erschienen am 8.7.2005 - Münchner Merkur



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